Keynote 4: How to build a safe embedded system – oder Qualität trotz Komplexität

Gibt es noch Embedded Systeme ohne Safety und Security Anforderungen? Bestimmt, aber es werden zunehmend weniger. Die Rechenleistung und der Speicher von Embedded Controllern erlaubt immer komplexere Algorithmen, die zunehmend mehr Entscheidungen treffen, die bislang im Verantwortungsbereich des Menschen lagen. Autonomes Fahren sei hier nur als eine Spitze des Eisberges genannt. Das hat zur Folge, dass sich immer mehr Firmen, zunehmend auch Mittelständler mit eher kleinen Entwicklungsabteilungen, neuen Qualitätsanforderungen ausgesetzt sehen.

Während die Produktqualität in „normalen“ Projekten häufig nach dem Rosenkranzprinzip „schaun wir mal, wieviel Zeit am Ende noch übrig ist zum Testen und hoffen wir das beste“ mehr schlecht denn recht gesichert wird, ist dieses Vorgehen für Safety Projekte schon alleine vor dem Hintergrund der juristischen Frage der Produkthaftung nicht empfehlenswert.
Aber was bedeutet eine Anforderung wie etwa "die Entwicklung erfolgt nach ISO 25119, AgPl b und SRL 1" konkret?

  • Wird eine qualifizierte aber komplexe Hardware wie z.B. der Infineon Safety Controller Aurix benötigt, oder reicht ein weniger komplexer Safety Ready Controller wie etwa ein ARM Cortex aus?
  • Was bedeutet die Wahl des Controllers für die Entwicklung?
  • Kann ich mit einem agilen Prozess arbeiten oder wird ein schwergewichtiges Modell wie CMMi oder Spice benötigt?
  • Was für ein Qualifikationsprofil benötigt mein Team?
  • Wie sieht es mit der Auswahl von Entwicklungswerkzeugen und Betriebssystem aus? Was wird formal benötigt, was macht technisch Sinn?
  • Welche Anforderungen werden an eine Safety Architektur gestellt? Wie wird sie modelliert?

Im Rahmen der Keynote werden die Erfahrungen der vergangenen Jahre aus verschiedenen Safety Projekten diskutiert, konkrete Entscheidungsgrundlagen angeboten und ein Plädoyer für ein konsequentes System Engineering unter Wahrung eines etwas abgewandelten KISS Prinzip gehalten.

 

Referent: Prof. Dr. Peter Fromm

Prof.  Fromm hat an der RWTH Aachen Elektrotechnik studiert. Nach seiner Promotion am Europäischen Zentrum für Mechatronik 1999 baute er den Bereich Software und System Engineering in der Firma Continental auf und erreichte mit der Division als eine der ersten erfolgreich den CMMi Level 3.
 
In 2008 übernahm er eine Professur für Microcontroller und Informationstechnik an der Hochschule Darmstadt. Seit 2011 leitet Prof. Fromm das internationale Master Programm am Fachbereich. Er unterstützt zahlreiche Unternehmen bei der Einführung und Optimierung von Software und System Engineering Prozessen. Schwerpunkt sind u.a. die Bereiche Functional Safety, Software Architekturen (Autosar), Multicore, MISRA.
 
Prof. Fromm engagiert sich in verschiedenen Fachkonferenzen und ist Mitglied des Embedded World Conference Steering Board.

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